Interaktive Installation · Flow Lenia
Physis Machina
Physis Machina ist eine interaktive Welt auf Basis von Flow Lenia. Hier ist die Ausstellung kein fertiges Bild. Die Welt läuft weiter. Besucher*innen greifen ein: Sie setzen neue Lebensformen in Bewegung, geben Nahrung, ziehen Hindernisse, öffnen Grenzen, löschen Spuren oder verändern für einen Moment sogar die Regeln und die Art, wie die Welt erscheint.
Nach jedem Eingriff bleibt Zeit zum Beobachten. Aus kleinen Entscheidungen werden Bahnen, Begegnungen, Wachstum, Störungen und neue Gleichgewichte. Was am Ende zu sehen ist, hat niemand allein gemacht. Es ist eine gemeinsame künstliche Natur: Maschine und Organismus, Bild und Handlung, Zufall und Entscheidung.
Im Theater
Die Installation zeigt eine Erscheinungsform der künstlichen Natur. Im direkten Dialog mit den Besucher*innen entstehen Prozesse, die sich kontinuierlich weiterentwickeln und immer neue Zustände hervorbringen.
Im Park
Über mobile Endgeräte können Besucher*innen in die künstliche Umgebung eingreifen, neue Impulse setzen und die Entwicklung der digitalen Lebensformen beeinflussen. Wie Organismen, die sich an unterschiedliche Lebensräume anpassen, verändert auch Physis Machina ihr Erscheinungsbild und ihre Verhaltensweisen. Die Bedingungen des öffentlichen Raums, die LED-Darstellung und die Form der Interaktion prägen eine eigene Identität dieser Installation. Sie ist nicht Spiegelbild der Inneninstallation, sondern eine verwandte Existenz innerhalb derselben künstlichen Natur. So wird der Park zu einem Raum der Beobachtung und Veränderung. Zwischen natürlicher Umgebung und digitalem System entstehen fortlaufend neue Muster, Beziehungen und Gleichgewichte. Auch hier zeigt sich Physis Machina als lebendiges Zusammenspiel von Maschine und Organismus, von Eingriff und Reaktion, von Beobachtung und Transformation.
Grundlage
Flow Lenia
Flow-Lenia ist das zugrunde liegende System dieser künstlichen Welt. Es basiert auf einfachen Regeln, die gleichzeitig Raum, Zeit und Zustand miteinander verknüpfen: Was an einem Ort geschieht, beeinflusst, was kurz darauf in der Umgebung passiert.
Kontinuierlich
Anders als bei klassischen zellulären Automaten (mathematische Modelle zur Simulation von dynamischen Systemen), die aus festen Rasterpunkten bestehen, ist Flow-Lenia kontinuierlich aufgebaut. Bewegungen verlaufen fließend, Übergänge sind weich, und Veränderungen breiten sich wie Strömungen aus.
Selbstorganisierend
Die entstehenden Strukturen sind nicht vorgefertigt. Sie bilden sich aus lokalen Wechselwirkungen, reagieren auf Störungen und können sich auflösen oder neu formieren.
Lebensnah
Aus den Wechselwirkungen entstehen lebensähnliche Dynamiken aus mathematischen Regeln: Wachstum, Bewegung, Anpassung und Zerfall. Wachstum, Bewegung, Anpassung und Zerfall.